Kurkuma kann dank des enthaltenen Curcumins zur Linderung nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen beitragen. Curcumin bewirkt offenbar durch seinen Einfluss auf die Darmflora epigenetische Veränderungen, die wiederum der Lebergesundheit zugutekommen.
Über welche Mechanismen die bioaktive Verbindung aus Kurkuma zur Linderung nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) beitragen kann, haben Forschende der Anhui Medical University untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Molecular Biomedicine“ veröffentlicht.
Wirkstoffe gegen Fettlebererkrankungen gesucht
Die nichtalkoholische Fettleber ist extrem weit Verbreitet, wobei langfristig schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen drohen. Wichtige Säulen der Therapie bilden Bewegung und Ernährungsinterventionen, aber auch verschiedene pflanzliche Wirkstoffe sind zuletzt als potenzielle Therapeutika in den Fokus gerückt.
Hinweise darauf, dass Kurkuma gegen nicht-alkoholische Fettleber helfen kann, lieferte beispielsweise bereits eine Studie aus dem Jahr 2023.
Eine erst kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit bewertet Curcumin zudem, als einen der Pflanzenstoffe, die bei Fettlebererkrankungen nachweisbar wirken. Allerdings blieb bisher offen, über welche Mechanismen Curcumin seien Wirkung entfaltet.
Wie hilfreich ist Curcumin?
Anhand einer Metaanalyse von sieben klinischen Studien und darauf aufbauenden Untersuchungen an Ratten überprüfte das chinesische Forschungsteam nun den therapeutischen Nutzen von Curcumin gegen MASLD sowie den Einfluss der Darmflora und die beteiligten Signalwege.
Curcumin verbessert wichtige Biomarker der metabolischen Dysfunktion wie beispielsweise die Cholesterinwerte und bewirkt eine deutliche Reduzierung der Leberverfettung, berichtet das Team.
Wirkung über die Darmflora
Dabei seien die Auswirkungen auf die Darmflora von wesentlicher Bedeutung. So habe Curcumin bei Ratten, deren Darmbakterien durch Antibiotika weitgehend eliminiert wurden, eine deutlich abgeschwächte Wirkung erzielt.
Zudem seien bei einer Stuhltransplantation (Fäkale Mikrobiota-Transplantation; FMT) von Tieren, die Curcumin erhielten, auf Ratten, die zuvor mit Antibiotika behandelt wurden, entsprechende positive Effekte in der Leber aufgetreten.
Anhand von Stuhlproben der Tiere konnten die Forschenden außerdem nachweisen, dass Curcumin das Vorkommen des Bakteriums Clostridium_sensu_stricto_1 reduziert. Dieses wird mit einem ungünstigen Einfluss auf die Leber in Zusammenhang gebracht und seine gezielte Wiederansiedlung hob die positiven Effekte der Curcumin-Einnahme auf, erläutern die Forschenden.
Kynurenin ein entscheidender Faktor
Weiterhin konnten die Fachleute nachweisen, dass das Bakterium über den Metaboliten Kynurenin seine nachteilige Wirkung auf die Leber entfaltet und dass Curcumin dessen Ansammlung in der Leber verringert.
Kynurenin beeinträchtigt die Leber, in dem es den Aryl-Kohlenwasserstoff-Rezeptor aktiviert, die H3K27ac-Anreicherung am Cebpb-Locus steigert und die Transkription von Cebpbinduziert, erklärt das Forschungsteam.
Neue Therapieansätze gegen Fettlebererkrankungen
Die Studie identifiziere damit eine neuartige Darm-Leber-Achse mit wesentlichem Einfluss auf die Pathogenese der MASLD. Zudem wurde deutlich, dass Curcumin zur Linderung der Fettlebererkrankungen beiträgt, indem es auf die epigenetische Achse „Mikrobiota–KYN–AHR–H3K27ac–Cebpb“ einwirkt, ergänzen die Forschenden.
Curcumin lindere die MASLD durch epigenetische Veränderungen, die von der Darmflora abhängen. Dabei spielt der Metabolit Kynurenin eine wesentliche Rolle, der auch ein vielversprechendes direktes therapeutisches Ziel bieten könnte, so das Fazit des Forschungsteams. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Yong Zhu, Jinhu Ma, Danhong Wang, Mingzhu Cui, Jin Peng, Xuejin Lu, Xingyue Pei, Yi Wang, Jing Lv, Yuxuan Yan, Wenhao Ma, Mingtao Zhao, Shulei You, Jie Ma, Yunshu Tang, Yaling Zhu: Curcumin alleviates metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease via gut microbiota-dependent epigenetic alterations; in: Molecular Biomedicine (veröffentlicht 16.10.2026), springer.com
- Roghayeh Molani-Gol, Azadeh Dehghani, Maryam Rafra: Effects of curcumin/turmeric supplementation on the liver enzymes, lipid profiles, glycemic index, and anthropometric indices in non-alcoholic fatty liver patients: An umbrella meta-analysis; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 02.11.2023), onlinelibrary.wiley.com
- Jeong In Seo, Su Min Kim, Hye Hyun Yoo: Phytochemicals in MASLD: A Focused Review of Gut Microbiome-Linked Mechanisms; in. Phytotherapy Research (veröffentlicht 21.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
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