Die rund 1,5 Kilogramm schwere Leber ist ein wichtiges Stoffwechselorgan im Körper. Sie hat eine keilförmige Form und sitzt rechtsseitig im Oberbauch. Täglich werden rund 2.000 Liter Blut durch das Organ gepumpt. Die Leber kann Stoffe wie Zucker, Fett, Eiweißbausteine (Aminosäuren) und Vitamine speichern, verwerten, umwandeln oder abbauen. Des Weiteren ist sie zusammen mit den Nieren für die Entgiftung des Körpers zuständig. Sie wandelt beispielsweise giftige Substanzen wie Ammoniak und Alkohol in nicht toxische Stoffe um. Andere Reststoffe und Bakterien werden ebenfalls durch die Leber aus dem Blut gefiltert und zur Entsorgung entweder an den Darm oder die Nieren weitergeleitet.
Die einzelnen Stoffe werden über die Pfortader aus dem Darm in die Leber geleitet. Zucker wird hier in Form von Glykogen gespeichert und als Traubenzucker (Glukose) wieder an das Blut abgegeben, sobald der Blutzuckerspiegel sinkt. Je nach Bedarf können die Leberzellen auch Zucker in Fett oder Eiweiße in Zucker umwandeln. Darüber hinaus produziert das Stoffwechselorgan aus Aminosäuren wichtige Eiweiße zur Blutgerinnung sowie sogenannte C-reaktive Proteine (CRP) als Abwehrreaktion auf bakterielle Entzündungen. Auch Eiweiße, die Fette oder Hormone im Blut transportieren, werden hier gebildet.
Daneben produziert die Leber einen Großteil des körpereigenen Cholesterins. Dieses wird zur Bildung der Gallenflüssigkeit verwendet. So entsteht rund ein Liter Gallensaft pro Tag, der Fette aus der Nahrung erst verdaulich macht. Die Leber besitzt außerordentliche regenerative Fähigkeiten. Wird beispielsweise die Hälfte des Organs operativ entfernt, wächst sie innerhalb von circa zwei Monaten wieder zur vollen Größe heran. Alkohol kann die Leber stark schädigen. 30 bis 50 Prozent aller Lebererkrankungen basieren auf hohen Alkoholkonsum. Daneben kann auch eine chronische Leberentzündung (Hepatitis) das Organ schwächen und beispielsweise zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkebs führen. (vb)
Leber
(Bild 1: Sebastian Kaulitzki/fotolia.com)
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