Bereits ein einfacher Spaziergang kann Wunder für die Psyche bewirken. Die Psychologin Dr. Kia-Rai Prewitt von der Cleveland Clinic in den USA erläutert die vielfältigen Vorteile von Bewegung für die mentale Gesundheit.
In einer Studie hat sich gezeigt, dass bereits 5.000 Schritte am Tag helfen können, depressive Verstimmungen zu lindern. Teilnehmende, die täglich mindestens 5.000 Schritte zurücklegten, erlebten eine deutliche Verbesserung ihrer depressiven Symptome.
Die aktuelle Studie im Detail
Die Studie untersuchte die Auswirkungen von alltäglicher Bewegung auf die mentale Gesundheit. Dabei wurde festgestellt, dass bereits moderate Bewegung ausreichend sein kann, um positive Effekte zu erzielen. Dr. Prewitt selbst war nicht an der Studie beteiligt, unterstreicht jedoch deren Bedeutung.
Die Expertin hebt hervor, dass Bewegung eine leicht zugängliche Maßnahme bilde, um das emotionale Wohlbefinden zu verbessern. „Etwas so Einfaches wie ein Spaziergang kann bereits helfen, die Stimmung zu heben und depressive Verstimmungen zu lindern”, betont die Medizinerin in einer aktuellen Pressemitteilung.
Bewegung und mentale Gesundheit
Die positiven Effekte von Sport und Bewegung auf die Psyche sind gut dokumentiert. So ist körperliche Aktivität eng mit bestimmten Neurotransmittern im Gehirn verbunden, die das Gefühl von Freude und Zufriedenheit fördern, erklärt Dr. Prewitt. Zudem könne Bewegung den Körper auch physiologisch verändern. Bewegung habe also viele positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.
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Ein weiteres wichtiges Element sei die soziale Komponente von Bewegung. Gerade Menschen, die unter Depressionen leiden, könne es schwerfallen, sich zu motivieren. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, sich mit Freunden oder Familienmitgliedern zu verabreden, um gemeinsam aktiv zu werden, so die Expertin.
Neue Kontakte knüpfen
„Manchmal unterschätzen wir die Bedeutung sozialer Kontakte. Manche introvertierte Menschen legen großen Wert darauf, Zeit allein zu verbringen, und fühlen sich daher von vielen Menschen überfordert“, so die Psychologin.
„Wenn man aber merkt, dass man die meiste Zeit allein verbringt und keinen Kontakt zu anderen Menschen hat, fühlt man sich möglicherweise einsam oder isoliert. Deshalb ist es gut, Kontakte zu knüpfen“, fügt Dr. Prewitt hinzu. Gemeinsame Aktivitäten können ihr zufolge helfen, wieder mehr Verbindungen und Freude ins Leben zu bringen.
Bewegung fördert das Wohlbefinden
Die bisher verfügbaren Studienergebnisse zeigen, dass Bewegung ein effektives Mittel sein kann, um depressive Verstimmungen zu lindern. Wer sich in einem Stimmungstief befinedt, sollte daher versuchen, sich mehr zu bewegen und bestenfalls in Gesellschaft aktiv zu sein.
Halten die Symptome jedoch an oder wird das tägliche Leben stark beeinträchtigen, ist es ratsam, professionelle Hilfe zu suchen. Ein einfacher Spaziergang mag keine Allheilmittel sein, kann aber ein wertvoller erster Schritt zu mehr Wohlbefinden sein. (as)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Bruno Bizzozero-Peroni, Valentina Díaz-Goñi, Estela Jiménez-López, Eva Rodríguez-Gutiérrez, Irene Sequí-Domínguez, et al.: Daily Step Count and Depression in AdultsA Systematic Review and Meta-Analysis; in: JAMA Network (veröffentlicht 16.12.2024), JAMA Network
- Cleveland Clinic: Walk your Way to a Better Mood (veröffentlicht 02.04.2025), Cleveland Clinic
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.