Täglich eine Portion Blaubeeren zu essen, könnte zu einer Linderung depressiver Symptome beitragen und das psychische Wohlbefinden verbessern. Wesentlich hierfür ist offenbar der Einfluss von Blaubeeren auf die Darmflora.
Welche Wirkung der tägliche Blaubeerverzehr auf das psychische Wohlbefinden bei älteren Erwachsenen mit leichter Depression entfaltet und welche Rolle die Darmflora dabei spielt, haben Forschende von Hebrew SeniorLife, der Harvard Medical School und der University of Connecticut in einer Pilotstudie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of nutrition, health and aging“ veröffentlicht.
Blaubeeren fördern die Gesundheit
Blaubeeren gelten als besonders gesunde Lebensmittel und wurden in früheren Untersuchungen insbesondere mit positiven Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System in Zusammenhang gebracht.
Allerdings stärken Blaubeeren nicht nur die Herz-Kreislauf-Gesundheit, wie eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 belegt. Beispielsweise zeigt eine erst kürzlich veröffentlichte Studie, dass die Anthocyane in Blaubeeren auch unsere Augen schützen.
Nicht zuletzt berichteten Forschenden bereits vor einigen Jahren in dem Fachmagazin „Nutrients“, das Blaubeeren die kognitiven Funktionen stärken und Demenz vorbeugen können.
Wirken Blaubeeren gegen Depressionen?
Inwiefern das psychische Wohlbefinden älterer Menschen mit leichten Depressionen von dem täglichen Blaubeerverzehr profitieren kann, hat das US-Forschungsteam nun in einer Pilotstudie mit 18 Teilnehmenden im Alter über 65 Jahren untersucht.
Die zehn Teilnehmenden der Interventionsgruppe konsumierten über einen Zeitraum von drei Monaten täglich 48 Gramm Blaubeer-Pulver (entspricht etwa zwei Tassen frischen Beeren), die übrigen acht Teilnehmenden erhielten ein Placebo und dienten als Kontrollgruppe.
Depressive Symptome erfassten die Fachleute vor und nach der Intervention mithilfe validierter Fragebögen und anhand von Stuhlproben wurde die Häufigkeit der unterschiedlichen Bakterienarten analysiert. Außerdem ermittelte das Team das Vorkommen kurzkettiger Fettsäuren in den Stuhlproben.
„Unser Ziel war es, in einer ersten Untersuchung den Einfluss von Blaubeerkonsum auf das Darmmikrobiom, Stoffwechselprodukte und depressive Symptome zu bestimmen“, erläutert die Hauptautorin Dr. Courtney L. Millar, Assistenzprofessorin an der Harvard Medical School.
Vorteile durch Blaubeeren
Obwohl keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Veränderungen depressiver Symptome zwischen den Gruppen nachweisbar waren, erschien die Verringerung des Schweregrads depressiver Symptome in der Blaubeer-Gruppe größer – bei gleichzeitig geringerer Variabilität, berichtet das Team.
Zudem seien in der Blaubeer-Gruppe statistisch signifikante Unterschiede in der Genhäufigkeit verschiedener Enzymklassen (EC) des Darmmikrobioms aufgetreten, darunter EC 3.6.3.31 (Polyamin-transportierende ATPase), ein Enzym, das an der Produktion des Neurotransmitters Gamma-Aminobuttersäure (GABA) beteiligt ist.
Wirkung über die Darmflora
„Die in Blaubeeren enthaltenen Ballaststoffe und Anthocyane haben das Potenzial, das Darmmikrobiom sowie Stoffwechselprodukte zu beeinflussen, die bei älteren Erwachsenen im Zusammenhang mit Depressionen eine Rolle spielen“, fasst Dr. Millar zusammen.
Obwohl bei den depressiven Symptomen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der Test- und der Placebogruppe nachweisbar waren, rechtfertigen die vorläufigen Daten weitere Untersuchungen zu dem Zusammenhang zwischen Blaubeeren, der Darmflora und dem psychischen Wohlbefinden bei älteren Erwachsenen, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Author links open overlay panelCourtney L. Millar, Mohit P. Chopra, Xochitl Morgan, Emily A. Green, Alex Wolfe, Kerry A. Pierce, Lidan Gao, Christopher N. Blesso, Alyssa B. Dufour, Douglas P. Kiel, Lewis A. Lipsit: A pilot study of daily blueberry intake modulates the gut microbiota enzyme commissions in older, sedentary adults with mild depressive symptoms; in: The Journal of nutrition, health and aging (veröffentlicht 21.08.2026), sciencedirect.com
- Hebrew SeniorLife: Pilot Study: Blueberries Modify Gut Microbiome in Older Adults With Mild Depression (veröffentlicht 03.09.2026), hebrewseniorlife.org
- Bixin Deng, Yupeng Lei, Yupeng Lei, Ruixi Zhou, Tiechao Ruan, Wenting Lu, et al.: Effect of blueberry intervention on endothelial function: a systematic review and meta-analysis; in: Frontiers in Psychology (veröffentlicht 03.06.2024), frontiersin.org
- Dongdong Zhao, Yifan Rao, Jinlong Tian, Zhihuan Zang, Rodrigo Quintana, Baoru Yang, Yadong Li, Yuxi Lang, Ying Zhang, Bin Li: Anthocyanins in eye health: Multi-target protective mechanisms, bioavailability challenges, and translational perspectives; in: Food Bioscience (veröffentlicht 22.06.2026), sciencedirect.com
- Robert Krikorian, Matthew R. Skelton, Suzanne S. Summer, Marcelle D. Shidler, Patrick G. Sullivan: Blueberry Supplementation in Midlife for Dementia Risk Reduction; in: Nutrients (veröffentlicht 13.04.2022), mdpi.com
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