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Bluthochdruck: Neuer Risikofaktor für die Frühdiagnose entlarvt

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
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3. September 2022
in News
Eine Frau misst bei einem Mann den Blutdruck.
Bluthochdruck kann auch junge und körperlich aktive Menschen treffen. Ein Forschungsteam entdeckte nun einen bislang unbekannten Risikofaktor, der den Blutdruck bei ansonsten gesunden Personen in die Höhe schnellen lässt. (Bild: Elnur/stock.adobe.com)
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Arterielle Steifheit als frühes Warnzeichen für Bluthochdruck

Wenn die Arterien bereits bei jungen Menschen versteift sind, ist deren Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck laut einer aktuellen Studie deutlich erhöht, selbst wenn die Betroffenen nicht übergewichtig sind und regelmäßig Sport treiben.

Forschende der University of Eastern Finland haben belegt, dass arterielle Steifheit ein neuer Risikofaktor für Bluthochdruck ist. Vor allem für die Früherkennung von Hypertonie könnte dies eine Rolle spielen, da die Arteriensteifigkeit bereits bei jüngeren Menschen festgestellt werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Frontiers in Cardiovascular Medicine“ vorgestellt.

Hypertonie – der „stille Killer“

Bluthochdruck wird oft als der „stille Killer“ bezeichnet, da die Krankheit lange Zeit keine deutlichen Symptome hervorruft, aber lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. Wer einen erhöhten Blutdruck bereits früh entgegenwirkt, kann schwere Folgeerkrankungen verhindern.

Bluthochdruck kann auch gesund lebende Personen betreffen

Es gibt offensichtliche und gut bekannte Risikofaktoren, die den Blutdruck in die Höhe treiben. Die wohl bekanntesten dieser Faktoren sind Übergewicht, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel. Trotzdem sind immer wieder auch normalgewichtige Menschen betroffen, die körperlich aktiv sind.

Bislang unbekannter Risikofaktor für Bluthochdruck

Es herrschen Wissenslücken über die Ursachen, warum sich Hypertonie bei ansonsten gesunden Personen entwickelt. Die finnische Arbeitsgruppe konnte hier mehr Licht ins Dunkel bringen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Rahmen einer aktuellen Studie nahegelegt, dass Arteriensteifigkeit ein bislang unterschätzter Risikofaktor für Bluthochdruck ist.

Arterielle Steifigkeit erhöht die Insulinresistenz

Laut der Studie ist Arteriensteifigkeit sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen ein kausaler Risikofaktor für Bluthochdruck. Darüber hinaus scheinen versteifte Arterien insbesondere bei jungen Menschen eine erhöhte Insulinresistenz zu verursachen.

„Wir haben festgestellt, dass die arterielle Steifigkeit den Blutdruck im Jugendalter indirekt über den Weg der Insulinresistenz erhöht“, erklärt Andrew Agbaje, Arzt und klinischer Epidemiologe an der University of Eastern Finland.

Körpergewicht spielt in diesem Kontext untergeordnete Rolle

Die Ergebnisse sind Agbaje zufolge überraschend, denn die Forschenden konnten zeigen, dass die Arteriensteifigkeit den Blutdruck unabhängig vom Körpergewicht erhöht, sondern hauptsächlich über die Insulinresistenz.

Somit könnte vor allem bei jungen Mengen mit versteiften Arterien eine Senkung der Insulinresistenz dafür sorgen, dass der Blutdruck sinkt. Dies muss allerdings erst in klinischen Studien getestet werden, gibt Agbaje zu bedenken.

Gesunder Lebensstil verringert die Insulinresistenz

Die beste Möglichkeit, um die Insulinresistenz auf natürliche Art und Weise zu verringern ist Agbaje zufolge das Pflegen eines gesunden Lebensstils.

„Eine gesunde Lebensweise besteht darin, sich mehr zu bewegen, den Bildschirmkonsum zu reduzieren, mit dem Rauchen oder Dampfen aufzuhören, den Salz- und Zuckerkonsum zu verringern, den Gemüse- und Ballaststoffanteil in der Ernährung zu erhöhen und täglich für einen optimalen Schlaf zu sorgen“, resümiert Andrew Agbaje. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • University of Eastern Finland: Arterial stiffness raises blood pressure in adolescents via insulin resistance (veröffentlicht: 02.09.2022), uef.fi
  • Andrew O. Agbaje, et al.: Mediating role of body composition and insulin resistance on the association of arterial stiffness with blood pressure among adolescents: The ALSPAC study; in: Frontiers in Cardiovascular Medicine (2022), frontiersin.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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