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Bauchfett abbauen: Vier Übungen von Profis die auch wirken

Sebastian Bertram
Geprüft von Dr. med. Andreas Schilling, FA für Chirurgie, FA für Thoraxchirurgie
Verfasst von Sebastian Bertram
17. Oktober 2026
in News
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Wer Bauchfett verlieren möchte, landet schnell bei Sit-ups, Bauchpressen und kurzen Trainingsprogrammen mit großen Versprechen. Mehr erreichen lässt sich häufig mit einem Plan, der größere Muskelgruppen beansprucht und Krafttraining mit regelmäßiger Ausdauerbewegung verbindet.

Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze und Klimmzüge können dazu beitragen, kräftiger zu werden und den Abbau überschüssigen Körperfetts zu unterstützen. Allerdings lässt sich mit keiner dieser Übungen festlegen, an welcher Stelle der Körper seine Fettreserven zuerst reduziert.

Warum überschüssigest Bauchfett gesundheitlich relevant ist

Am Bauch befinden sich unterschiedliche Fettdepots: Unterhautfett liegt direkt unter der Haut, während viszerales Fett tiefer im Bauchraum die inneren Organe umgibt. Vor allem ein Zuviel dieses inneren Fettgewebes ist mit erhöhten Risiken für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Es geht beim Training deshalb um mehr als einen flacheren Bauch oder eine kleinere Hosengröße. Welche gesundheitlichen Folgen eine ungünstige Fettverteilung haben kann, erläutert auch der Beitrag Bauchfett abbauen: Der dicke Bauch ist ein Gesundheitsrisiko.

Warum Bauchübungen allein meist enttäuschen

Ein beanspruchter Muskel nutzt Energie, doch daraus folgt kein verlässlicher Fettabbau unmittelbar über diesem Muskel. Ein stärkerer Bauch und weniger Fett am Bauch sind daher zwei unterschiedliche Trainingsziele.

Das zeigte beispielsweise eine kleine randomisierte Studie mit 24 Erwachsenen: Sechs Wochen Bauchmuskeltraining an fünf Tagen pro Woche verbesserten die Kraftausdauer, veränderten Bauchumfang und gemessene Fettwerte aber nicht statistisch nachweisbar. Die Teilnehmenden sollten ihre Energiezufuhr währenddessen so beibehalten, dass ihr Gewicht stabil blieb.

Auch eine Übersichtsarbeit mit 13 Studien fand beim gezielten Training einzelner Gliedmaßen keinen bevorzugten Fettverlust in der trainierten Region. Für die Praxis ergibt sich daraus: Auf punktgenaues „Wegtrainieren“ von Bauchfett sollten sich Abnehmwillige nicht verlassen.

Was die vier Übungen leisten können

Die vier Übungen beanspruchen zusammen große Teile der Bein-, Gesäß- und Oberkörpermuskulatur. Gleichzeitig muss der Rumpf bei ihrer Ausführung stabilisieren, auch wenn keine klassische Bauchübung dabei ist.

Die Cleveland Clinic nennt Kniebeugen, Ausfallschritte und Liegestütze als Beispiele für funktionelles Krafttraining. Klimmzüge ergänzen eine Zugbewegung für Rücken und Arme, die etwa der American Council on Exercise in seinen Trainingsanleitungen beschreibt.

Eine wissenschaftlich gesicherte Rangliste der vier besten Übungen gegen Bauchfett gibt es damit nicht. Die Auswahl bietet vielmehr einen praktikablen Ausgangspunkt, der an Kraft, Beweglichkeit und Beschwerden angepasst werden muss.

Kniebeugen: Beine und Gesäß kräftigen

Kniebeugen beanspruchen vor allem Oberschenkel und Gesäß; die Rumpfmuskeln helfen, den Oberkörper zu stabilisieren. Die Bewegung ähnelt dem Hinsetzen und Aufstehen und lässt sich deshalb gut in ein alltagstaugliches Training einbauen.

Stellen Sie die Füße etwa hüft- bis schulterbreit auf und drehen Sie die Fußspitzen leicht nach außen, wenn sich das angenehm anfühlt. Beugen Sie Hüfte und Knie, schieben Sie das Gesäß nach hinten und senken Sie sich kontrolliert ab.

Die Füße bleiben vollständig belastet, die Knie folgen der Richtung der Fußspitzen und der Rücken behält seine natürliche Form. Gehen Sie nur so tief, wie Sie die Bewegung sicher und schmerzfrei ausführen können, und richten Sie sich anschließend wieder auf.

Für den Einstieg eignet sich das langsame Aufstehen von einem stabilen, gegen Verrutschen gesicherten Stuhl. Mit wachsender Kraft können tiefere Kniebeugen oder später zusätzliche Gewichte folgen.

Ausfallschritte: Kraft und Gleichgewicht verbinden

Ausfallschritte fordern Beine und Gesäß und stellen zusätzliche Anforderungen an das Gleichgewicht. Weil die Beine unterschiedlich belastet werden, muss der Körper seine Position während der Bewegung gut stabilisieren.

Machen Sie aus dem aufrechten Stand einen ausreichend großen Schritt nach vorn und setzen Sie den vorderen Fuß vollständig auf. Beugen Sie beide Knie und senken Sie das Becken kontrolliert ab, ohne das vordere Knie nach innen kippen zu lassen.

Drücken Sie sich anschließend über das vordere Bein zurück in den Stand und wechseln Sie die Seite. Wichtiger als eine möglichst tiefe Bewegung sind ein stabiler Fußkontakt und ein gleichmäßiges Tempo.

Wer dabei unsicher steht, kann zunächst in einer festen Schrittstellung bleiben und nur kleine Auf- und Abbewegungen ausführen. Eine stabile Haltemöglichkeit erleichtert den Einstieg, insbesondere bei Gleichgewichtsproblemen.

Liegestütze: Den Oberkörper mit dem eigenen Gewicht trainieren

Liegestütze kräftigen Brust, Schultern und die Rückseite der Oberarme, während Bauch und Gesäß den Körper stabil halten. Ihr Vorteil ist die gute Anpassbarkeit: Die Übung funktioniert an einer Wand ebenso wie später auf dem Boden.

Bei der Bodenvariante stehen die Hände ungefähr unter den Schultern, der Körper bildet von Kopf bis Fuß eine möglichst gerade Linie. Beugen Sie die Ellenbogen, senken Sie den Oberkörper kontrolliert ab und drücken Sie sich wieder nach oben.

Vermeiden Sie, dass das Becken durchhängt oder sich der Kopf weit nach vorn schiebt. Atmen Sie weiter und wählen Sie die Schwierigkeit so, dass die Bewegung bis zur letzten Wiederholung sauber bleibt.

Für Untrainierte sind Wandliegestütze oder Liegestütze an einer festen, ausreichend belastbaren erhöhten Fläche häufig passender. Je aufrechter der Körper steht, desto geringer ist normalerweise die zu überwindende Last.

Klimmzüge: Rücken und Arme gezielt belasten

Klimmzüge trainieren vor allem Rücken und Armbeuger und verlangen zusätzlich eine stabile Körperhaltung. Sie gehören zu den anspruchsvolleren Körpergewichtsübungen und sind für viele Menschen erst nach einer Vorbereitungsphase möglich.

Voraussetzung ist eine sicher befestigte, ausreichend belastbare Stange. Greifen Sie diese in einer für Ihre Schultern angenehmen Position, ziehen Sie den Körper ohne Schwung nach oben und senken Sie ihn anschließend langsam wieder ab.

Ein Klimmzug mit zu Ihnen gerichteten Handflächen wird auch als Chin-up bezeichnet und bezieht den Bizeps stärker in die Bewegung ein. Entscheidend bleiben eine kontrollierte Ausführung und ein Bewegungsumfang, den Sie schmerzfrei bewältigen.

Wenn ein freier Klimmzug noch nicht gelingt, kommen ein geeignetes Unterstützungsgerät oder ein Latzug mit einstellbarem Widerstand infrage. Die Belastung lässt sich damit dosieren, statt bei jedem Versuch das gesamte Körpergewicht bewegen zu müssen.

So kann ein Einstieg in das Training aussehen

Die folgenden Angaben sind ein mögliches Einstiegsbeispiel für grundsätzlich belastbare Erwachsene und kein speziell auf Bauchfett getestetes Programm. Die passende Variante darf anstrengend sein, sollte aber noch kontrollierte Wiederholungen ermöglichen.

Übung Mögliche Variante zum Einstieg Beispiel für den Umfang
Kniebeugen Aufstehen von einem gesicherten Stuhl 1 bis 2 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen
Ausfallschritte Kleine Bewegungen in fester Schrittstellung mit Halt 1 bis 2 Sätze mit 6 bis 10 Wiederholungen je Seite
Liegestütze An der Wand oder einer festen erhöhten Fläche 1 bis 2 Sätze mit 6 bis 12 Wiederholungen
Klimmzüge Mit Unterstützung am Gerät 1 bis 2 Sätze mit 4 bis 8 kontrollierten Wiederholungen

Ein Satz bezeichnet eine Folge von Wiederholungen, auf die eine Pause folgt. Beginnen Sie beispielsweise mit einer bis zwei Minuten Pause und verlängern Sie diese, wenn Atmung oder Muskulatur noch keine sichere Fortsetzung erlauben.

Wärmen Sie sich vorher einige Minuten durch Gehen und leichte Bewegungen auf und planen Sie zunächst zwei Trainingstage mit mindestens einem freien Tag dazwischen. Gelingt die obere Wiederholungszahl wiederholt mit guter Technik, lässt sich die Schwierigkeit schrittweise erhöhen.

Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden, nach Operationen oder bei bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte die Belastung individuell mit ärztlicher oder physiotherapeutischer Unterstützung abgestimmt werden. Schmerzen sind ein Anlass, die Übung zu unterbrechen und die Ursache zu klären.

Warum Ausdauerbewegung dazugehört

Krafttraining ist eine sinnvolle Ergänzung beim Abnehmen, weil es dabei helfen kann, Muskulatur zu erhalten. Für die Verringerung von Bauchumfang und Körperfett ist darüber hinaus regelmäßiges Ausdauertraining gut untersucht.

Eine Ende 2024 in JAMA Network Open veröffentlichte Auswertung von 116 randomisierten Studien mit 6.880 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas zeigte im Mittel stärkere Verbesserungen, wenn die wöchentliche Ausdauerbelastung zunahm. Die untersuchten Programme dauerten mindestens acht Wochen; die Ergebnisse beschreiben deshalb keine Fettabnahme nach einzelnen Trainingseinheiten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen wöchentlich 150 bis 300 Minuten Bewegung mittlerer Intensität oder 75 bis 150 Minuten intensivere Aktivität sowie Muskelkräftigung an mindestens zwei Tagen. Wer bisher wenig aktiv ist, kann mit kürzeren Einheiten beginnen und den Umfang nach und nach steigern.

Bei moderater Belastung beschleunigen sich Puls und Atmung, ohne dass sofort eine hohe sportliche Leistung nötig wäre. Zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen können dafür geeignet sein; weitere Hintergründe bietet der Beitrag Bauchfett abnehmen: Hilft Ausdauer- oder Krafttraining?.

Ohne passende Ernährung bleibt der Fettabbau oft gering

Bewegung erhöht den Energieverbrauch, eine Gewichtsabnahme wird aber auch von der Energiezufuhr beeinflusst. Um überschüssige Fettreserven abzubauen, ist über längere Zeit meist ein moderates Energiedefizit hilfreich, das sich im Alltag durchhalten lässt.

Das US-amerikanische Gesundheitsinstitut NIDDK empfiehlt dafür eine langfristig umsetzbare Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und geeigneten Eiweißquellen. Eine praktische Veränderung kann beispielsweise sein, häufige zuckerhaltige Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee zu ersetzen.

Wer nach dem Training regelmäßig mehr Energie zu sich nimmt, als zusätzlich verbraucht wurde, kann den gewünschten Effekt auf das Gewicht abschwächen. Anregungen für die Verbindung von Ernährung und Bewegung finden sich auch in Zehn Tipps, um Bauchfett effektiv abzubauen.

Fortschritte brauchen einen längeren Blick

Ob ein Training funktioniert, zeigt sich auch daran, dass Bewegungen leichter fallen und mehr kontrollierte Wiederholungen möglich werden. Eine feste Zusage, nach wie vielen Tagen oder Wochen der Bauch sichtbar flacher ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Für die Entwicklung des Bauchumfangs sind Messungen unter vergleichbaren Bedingungen hilfreicher als tägliche Kontrollen nach wechselnden Mahlzeiten. Der Umfang liefert allerdings nur einen Hinweis auf die Veränderung und misst das innere Bauchfett nicht unmittelbar.

Ein fiktives Beispiel aus dem Alltag

Eine 56-jährige Büroangestellte möchte nach langer Bewegungspause wieder aktiver werden und beginnt zweimal wöchentlich mit Stuhlkniebeugen, unterstützten Ausfallschritten, Wandliegestützen und einer angeleiteten Zugübung am Gerät. Zusätzlich geht sie zunächst an fünf Tagen jeweils 15 Minuten zügig spazieren und verlängert die Strecken nach und nach.

Sie notiert ihre Trainingseinheiten und ersetzt die tägliche Limonade durch ungesüßte Getränke. Nach einigen Wochen überprüft sie, ob Kraft, Belastbarkeit und Bauchumfang sich verändern, und passt den Plan entsprechend an.

Sechs Fragen und Antworten zum Abbau von Bauchfett

Kann ich mit Sit-ups gezielt Bauchfett verlieren?

Sit-ups trainieren die Bauchmuskulatur, führen aber nicht verlässlich dazu, dass gerade das darüberliegende Fett verschwindet. Für weniger Bauchfett ist ein längerfristiger Plan aus Bewegung und passender Ernährung sinnvoller.

Welche vier Übungen eignen sich für einen Trainingsplan?

Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze und Klimmzüge sind mögliche Bausteine, weil sie zusammen große Muskelgruppen beanspruchen. Die Varianten sollten zur eigenen Kraft und Beweglichkeit passen; ein freier Klimmzug ist keine Voraussetzung für einen gelungenen Einstieg.

Wie oft sollte ich Krafttraining machen?

Die WHO empfiehlt Erwachsenen muskelkräftigende Bewegung an mindestens zwei Tagen pro Woche. Für den Einstieg können zwei Einheiten an nicht aufeinanderfolgenden Tagen praktikabel sein.

Muss ich joggen, um Bauchfett abzubauen?

Nein, auch zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen können zum Ausdauertraining beitragen. Eine Bewegungsform, die zur eigenen Belastbarkeit passt und regelmäßig ausgeübt wird, ist eine gute Grundlage.

Wann wird der Bauch sichtbar flacher?

Das lässt sich nicht allgemein vorhersagen, weil Ausgangslage, Trainingsumfang, Ernährung und individuelle Fettverteilung unterschiedlich sind. Sinnvoll ist, die Entwicklung über mehrere Wochen zu beobachten und neben dem Umfang auch Kraft und Ausdauer zu berücksichtigen.

Kann Krafttraining die Ernährung beim Abnehmen ersetzen?

Krafttraining verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit und kann den Erhalt von Muskulatur unterstützen. Wie stark das Körperfett abnimmt, hängt jedoch auch davon ab, wie Energiezufuhr und Energieverbrauch langfristig zusammenpassen.

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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