Geröstetes Sesamöl kann einem Spiegelei mit wenigen Tropfen ein kräftiges, nussiges Aroma geben. Damit die Zubereitung gelingt, lohnt sich ein genauer Blick auf das verwendete Öl und die Temperatur in der Pfanne.
Der Tipp, Eier mit Sesamöl zu verfeinern, begeistert derzeit die Koch Community. Ob das besser schmeckt als mit Butter oder Olivenöl, bleibt allerdings eine Frage der persönlichen Vorliebe.
Für die Küche ist vor allem eines hilfreich: Ein Öl kann sich zum Braten eignen oder in erster Linie zum Würzen gedacht sein. Bei Sesamöl lassen sich diese Eigenschaften weder allein an der Farbe noch am Namen zuverlässig erkennen.
Woher der nussige Geschmack kommt
Sesamöl wird aus Sesamsamen gewonnen, die entweder ungeröstet verarbeitet oder vor dem Pressen geröstet werden. Die geröstete Variante besitzt ein ausgeprägtes Aroma, während Öl aus ungerösteten Samen meist deutlich milder schmeckt.
Beim Spiegelei fällt dieser Unterschied besonders auf, weil das Ei selbst vergleichsweise mild schmeckt. Schon eine kleine Menge des gerösteten Öls kann deshalb die gesamte Speise prägen.
Wer bisher überwiegend mit neutralem Bratöl kocht, sollte zunächst nur wenige Tropfen verwenden und anschließend abschmecken. So lässt sich die Würze anpassen, ohne den Eigengeschmack des Eis zu überdecken.
Weitere Hintergründe zur Pflanze und ihrer Verwendung bietet unser Beitrag über Sesam und seine Inhaltsstoffe.
Geröstetes Sesamöl verträgt je nach Produkt unterschiedlich viel Hitze
Die Bezeichnung „geröstet“ beschreibt zunächst die Behandlung der Samen vor der Ölgewinnung. Sie bedeutet nicht automatisch, dass das fertige Öl besonders hohe Brattemperaturen verträgt.
Wie unterschiedlich die Verwendungshinweise ausfallen können, zeigen Herstellerangaben: BIO PLANÈTE empfiehlt, sein geröstetes Sesamöl nur vorsichtig zu erhitzen, während die Ölmühle Solling für ihr teilgeröstetes Produkt kurzes Anbraten bis 180 Grad Celsius nennt. Diese Angaben gelten jeweils für das betreffende Produkt und lassen sich nicht auf jede Flasche Sesamöl übertragen.
Für den Einkauf bedeutet das, neben der Bezeichnung auch die Hinweise zur Verwendung zu lesen. Fehlt eine klare Angabe zur Eignung als Bratöl, lässt sich geröstetes Sesamöl unkompliziert erst nach dem Garen zugeben.
Welches Öl sich wofür eignet
Für ein kräftiges Sesamaroma und eine gut steuerbare Zubereitung lässt sich ein hitzegeeignetes Bratöl mit einem aromatischen Würzöl kombinieren. Raffiniertes Rapsöl ist nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die heiße Küche geeignet; auch Olivenöl kann bei passenden Temperaturen zum Braten verwendet werden.
| Öl | Typischer Geschmack | Verwendung beim Spiegelei |
|---|---|---|
| Geröstetes Sesamöl | Kräftig, nussig, mit Röstaromen | Wenige Tropfen zum Abschmecken; zum Braten nur entsprechend den Produktangaben |
| Ungeröstetes Sesamöl | Mild, mit dezenter Sesamnote | Für warme Speisen; Eignung zum Braten auf dem Etikett prüfen |
| Raffiniertes Rapsöl | Weitgehend neutral | Als Bratfett geeignet, wenn die Sesamwürze erst später dazukommt |
| Olivenöl | Je nach Sorte fruchtig, herb oder mild | Zum Braten bei angemessener Hitze; nicht überhitzen |
Die Unterschiede zwischen den Sorten erläutert auch unser Überblick über Speiseöle zum Kochen, Braten und Marinieren.
So gelingt die Zubereitung im Alltag
Für zwei Spiegeleier können zunächst etwa ein bis zwei Teelöffel raffiniertes Rapsöl in einer passenden Pfanne verwendet werden. Diese Menge ist ein Anhaltspunkt für die Küche und lässt sich je nach Pfannengröße und Beschichtung anpassen.
Die Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen und die Eier vorsichtig hineingeben. Anschließend so lange garen, bis Eiweiß und Eigelb die gewünschte Festigkeit erreicht haben; für eine hygienisch sichere Zubereitung sollten beide vollständig durchgegart sein.
Nach dem Braten die Pfanne vom Herd nehmen oder die Eier auf einen Teller geben. Erst dann wenige Tropfen geröstetes Sesamöl darüberträufeln und nach Geschmack mit Pfeffer und etwas Salz würzen.
Diese Vorgehensweise erleichtert das Dosieren, weil sich das Aroma direkt am fertigen Gericht beurteilen lässt. Wer das Öl ausdrücklich zum Braten verwenden möchte, sollte die vom Hersteller genannten Temperaturgrenzen einhalten.
Knusprige Ränder entstehen durch die Brattechnik
Eine nussige Würze und eine knusprige Eiweißkante sind zwei unterschiedliche Eigenschaften des Gerichts. Für die Bräunung kommt es neben dem Fett auch auf die Temperatur, die Bratdauer und den Kontakt des Eis mit der Pfanne an.
Die Zugabe von Sesamöl allein garantiert deshalb keine knusprigen Ränder. Wer das Öl erst auf dem Teller verwendet, verändert vor allem den Geschmack und nicht nachträglich die Beschaffenheit des gebratenen Eiweißes.
Das Öl sollte während der Zubereitung nicht rauchen. Beginnt es zu qualmen oder riecht stechend, ist die Hitze zu hoch; überhitztes Öl sollte nicht weiterverwendet werden.
Wie sich Sesamöl gesundheitlich einordnen lässt
Sesamöl liefert überwiegend ungesättigte Fettsäuren, bleibt aber wie andere Speiseöle ein energiereiches Lebensmittel. Die Nährwertangaben eines gerösteten Sesamöls der Ölmühle Solling weisen beispielsweise rund 900 Kilokalorien je 100 Gramm aus.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, bei der Zubereitung bevorzugt pflanzliche Öle einzusetzen. Für die Einordnung einer Mahlzeit zählen dabei sowohl die Zusammensetzung der Fette als auch die verwendete Menge.
Auch die Nährstoffe der Sesamsamen sollten nicht pauschal dem Öl zugeschrieben werden. Ein Öl enthält beispielsweise keine nennenswerten Ballaststoffmengen und ersetzt deshalb weder ganze Samen noch andere ballaststoffreiche Lebensmittel.
Was das Ei zur Mahlzeit beiträgt
Eier liefern gut verwertbares Eiweiß sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung enthalten sie unter anderem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie B-Vitamine.
Das Sesamöl ergänzt diese Eigenschaften vor allem um Geschmack und zusätzliches Fett. Die Nährstoffzusammensetzung einer Mahlzeit hängt darüber hinaus von den Beilagen ab, etwa davon, ob zum Ei Gemüse und Vollkornbrot oder überwiegend stark verarbeitete Lebensmittel gegessen werden.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über Eier als Bestandteil der Ernährung.
Bei weichem Eigelb bleibt ein Hygienerisiko
Ein flüssiger Dotter gehört für viele Menschen zum Spiegelei, bedeutet aber, dass das Ei nicht vollständig durchgegart ist. Rohe und unzureichend erhitzte Eier können Krankheitserreger wie Salmonellen übertragen, auch wenn sie unauffällig aussehen und riechen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für eine ausreichende Erhitzung mindestens 70 Grad Celsius für zwei Minuten an allen Stellen des Lebensmittels. Gemeint ist die Temperatur im Lebensmittel, nicht die Einstellung am Herd.
Besonders Schwangere, kleine Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen sollten Eier vollständig durchgegart essen. Bei einem Spiegelei sollten dann sowohl Eiweiß als auch Eigelb fest sein.
Bei Sesamallergie ist auch beim Öl Vorsicht geboten
Menschen mit einer bekannten Sesamallergie sollten Sesamöl meiden. Auch das Erhitzen macht Sesamprodukte nicht zuverlässig verträglich, da allergieauslösende Bestandteile hitzebeständig sein können.
Wird für mehrere Personen gekocht, sollte daher vor der Verwendung nach einer entsprechenden Allergie gefragt werden. Die kleine Menge, die zum Würzen ausreicht, ist kein Beleg für eine sichere Verträglichkeit.
Sesamöl richtig aufbewahren
Da geröstetes Sesamöl häufig sparsam verwendet wird, kann eine kleine Flasche sinnvoll sein. Sie sollte gut verschlossen, vor Licht geschützt und entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden.
Speiseöle sollten grundsätzlich kühl und dunkel stehen. Ein deutlich ranziger oder sonst ungewöhnlich unangenehmer Geruch ist ein Grund, das Öl nicht weiterzuverwenden.
Sechs Fragen und Antworten zu Spiegeleiern mit Sesamöl
Welches Sesamöl sorgt für den kräftigsten Geschmack?
Geröstetes Sesamöl besitzt gewöhnlich ein deutlich ausgeprägteres Röstaroma als Öl aus ungerösteten Samen. Für den Einstieg reichen wenige Tropfen am fertigen Ei.
Kann geröstetes Sesamöl direkt in die Pfanne?
Das hängt vom jeweiligen Produkt und den Verwendungshinweisen ab. Wenn keine eindeutige Eignung zum Braten angegeben ist, kann es nach dem Garen zum Abschmecken verwendet werden.
Wie viel Öl braucht man für zwei Spiegeleier?
Als Anhaltspunkt eignen sich ein bis zwei Teelöffel hitzegeeignetes Bratöl und anschließend wenige Tropfen geröstetes Sesamöl. Die Menge hängt von Pfanne und Geschmack ab.
Werden Spiegeleier durch Sesamöl automatisch gesünder?
Einige Tropfen verändern vor allem das Aroma. Für die gesundheitliche Einordnung zählen auch die gesamte Fettmenge, die übrigen Zutaten und die Ernährung insgesamt.
Dürfen Schwangere Spiegeleier mit Sesamöl essen?
Die Eier sollten vollständig durchgegart sein, sodass Eiweiß und Eigelb fest sind. Eine bestehende Sesamallergie schließt die Verwendung von Sesamöl aus.
Muss man für diesen Tipp auf Olivenöl verzichten?
Olivenöl kann bei geeigneter Temperatur weiterhin zum Braten verwendet werden. Sesamöl bietet eine zusätzliche Geschmacksvariante, die sich nach persönlicher Vorliebe einsetzen lässt.
Autoren- und Quelleninformationen
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.








